Still – der Thriller von Zoran Drvenkar

IMG_5598Still
Autor: Zoran Drvenkar
Verlag: Eder & Bach
414 Seiten

Klappentext: Wenn die Seen schweigen, kommt der stille Tod.
Ein Mann, der seine Tochter sucht und dabei seine Identität verliert. Ein Mädchen, das seit sechs Jahren reglos aus dem Fenster schaut und darauf wartet, dass ihr jemand den Schlüssel zu ihrer Erinnerung bringt. Vier Männer und eine Mission, die aus Hunger und Disziplin besteht und keine Opfer scheut. Ein Winter in Deutschland, ein See im Wald und Schatten, die sich unter dem Eis bewegen.

Still ist der neue Thriller von Zoran Drvenkar.
Ich habe den Autor beim Lesen des Buchs »Sorry« kennengelernt und war gleich von dem Sog, mit dem er den Leser tief in seine Geschichten zieht, fasziniert. Abgründe tun sich beim Lesen auf und ich kenne einige, die die Lektüre von »Sorry« abgebrochen haben. Wenig später habe ich gemerkt, dass er auch Autor der Schullektüre meines Sohnes ist. Vor ein paar Wochen hatte ich dann die Gelegenheit Zoran im Rahmen der »3 Fragen an« Interviewreihe der Autorenwelt zu interviewen. Ich war überrascht, wie nett und natürlich der E-Mail-Kontakt war. Und dieser Eindruck über den Autor verstärkte sich noch auf der Lesung anlässlich des Münchner Krimifestivals am 14. September 2014.

 

IMG_5565
Wir waren natürlich sehr gespannt, vor allem, da die Lesung vom Veranstalter mit den Worten »Nichts für schwache Nerven« angekündigt war.
Ich hatte zuvor die Hälfte des E-Books gelesen (und mich gezwungen, aufzuhören. Ich wollte das Buch in Papier haben, um die tollen Sätze fett mit Marker anstreichen zu können).
Die Auswahl der Vorlesestellen war toll. Erst ein bisschen »Sie« und dann einiges an »Du«. Zusammen mit dem »Ich« sind das die Perspektiven, aus denen »Still« geschrieben ist. Die Perspektiven stehen auch für drei Handlungsstränge, die verwoben sind, falsche und richtige Spuren für den Leser legen und am Ende zusammenfinden. Und nachdem ich das Buch jetzt fertig gelesen habe, kann ich sagen: nein. Es wurde in der Lesung nicht zu viel verraten.
Richtig interessant, und das ist natürlich der Teil, den man beim Lesen des Buchs und schauen des Trailers nicht bekommt, waren aber die offenen Antworten des Autors auf die Fragen von Moderatorin und Publikum. Warum kann jemand Kinderbücher und die gruseligsten Thriller schreiben? Weil er seine Arbeit und die Figuren in seinem Kopf liebt. Wie arbeitet er, warum liebt er den Winter und warum könnte er in Irland leben? Wenn jemand eine Chance dazu hat, kann ich den Besuch einer Lesung nur empfehlen!

Noch ein paar Worte zum Buch. Es ist super. Es ist spannend bis zum Schluss, enthält einige Wendungen, die man nicht vorhersehen konnte und die trotzdem logisch erscheinen. Zoran Drvenkar spielt mit den den Perspektiven, den Erwartungen seiner Leser und seiner Figuren. Dann die Sprache. Einfach, aber dann: »Hass ist Wut auf Liebe«, »Schneeflocken jagen wie unruhige Insekten über die Windschutzscheibe«, »Die Gegenwart war der Randstreifen einer Autobahn«.
Eine klare Leseempfehlung von mir. Mehr gibt es nicht zu sagen.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.