Meine Buchmesse in Leipzig 2015

Zwei Tage konnte ich in diesem Jahr auf der Buchmesse in Leipzig verbringen. Am Freitag hatte ich viel Zeit, mich umzusehen und tolle neue und alte Bekannte zu treffen. Mein erster Weg führte mich natürlich zu den liebsten Kollegen vom Uschtrin Verlag, der Federwelt. Anke Gasch habe ich endlich persönlich treffen dürfen, nachdem wir uns letztes Jahr verpasst haben. Überhaupt war die Halle 5 ein guter Anlaufpunkt. Mit Dorrit von der 42er Autoren schnell einen Kaffee in der Blogger-Lounge trinken, am Papyrus-Stand fachsimpeln, die tollen Veranstaltungen vom Literaturcafé im Auge behalten. Dann noch den Standdienst beim Verband der freien Lektorinnen und Lektoren absolvieren – und wieder nette Kollegen kennenlernen. Dann meiner Autorenkollegin Susanne Fletemeyer noch ein Spaziergang durch die anderen Hallen. Abends laufen wir durch die nette Innenstadt und lernen, dass man sich die Karten für die gewünschte Lesung am besten doch vorher reserviert.

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Am Samstagmorgen stärken wir uns mit einem gemütlichen Frühstück beim Bäcker für die Autorenrunde. Um zehn Uhr geht es endlich los: in diesem Jahr belegen wir sogar zwei Mehrzweckflächen im CCL. 54 interessante Referenten an 18 Tischen machen die Wahl der richtigen Tischrunde schwer.

Als Erstes entscheide ich mich für Stephan Trinius von Bastei Lübbe. Er referiert zum Thema »Crossmediales Publizieren« und erzählt uns eigentlich ganz viel über E-Bookserien bei Bastei Lübbe. Nicht nur, aber vor allem für den eigenen Streaming-Dienst »Beam«. Je nach Produkt sollen Autoren entweder nach recht strengen Vorgaben schreiben oder selbst geeignete Serien entwerfen. Die Bezahlmodelle reichen von »Total Buyouts« (wenn der Autor/die Autorin einen Text abliefert, dafür bezahlt wird und keine weiteren Urheberrechte hat) bis zu Beteiligungsmodellen.

Für die zweite Runde setze ich mich an den Tisch von Claudia Hanssen (Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Goldmann) und Melanie Raabe (Autorin bei btb). Das Thema: »Jeder Autor träumt vom eigenen Bestseller. Doch was braucht es eigentlich dafür? Erfahrungen aus der Praxis« spricht natürlich sehr viele AutorInnen an. Dementsprechend eng ist es am Tisch. Aber es lohnt sich: die sehr sympathische Melanie Raabe erzählt von den acht Jahren, die es gedauert hat, bis sie mit einem Roman einen Verlag gefunden hat. Nun hat sie es bis zum Spitzentitel im btb-Programm gebracht. Hut ab. Frau Hanssen grinst bei der Frage, wie denn die optimale Autorin aussähe und zeigt auf Melanie: Ausstrahlung, kommunikative Fähigkeiten und eine gute Vernetzung seien heute sehr wichtig. Und dass Melanie auf Facebook, Twitter, Instagram und dem eigenen Blog vertreten sei, schade nicht.

Nach dem Mittagessen freue ich mich auf die Social Web Rangerin Wibke Ladwig. Ich folge ihr schon länger auf Facebook und Twitter und nun endlich erlebe ich sie live. Ihr Thema: Show, don’t tell: Storytelling in Social Media. Sie zeigt uns einige Beispiele, wie man sich gut auf Facebook und Co präsentieren kann. Die wichtigste Frage dabei: Warum sollte sich jemand Zeit nehmen, sich für mich und mein Produkt zu interessieren. Ein wichtiger Hinweis war, dass zwar viele Menschen darüber klagen, dass sie zuviel Zeit auf Facebook verbringen und zu wenig Zeit haben, doch niemand klagt über zuviel Unterhaltung …

Eine weitere Persönlichkeit, die ich unbedingt kennenlernen wollte, ist Christine Frohmann, die die vierte Tischrunde leitet. Unter dem Motto »Das digitale Wir. Wie Autoren gemeinsam weiterkommen« rät sie uns, Ressourcenpools zu schaffen. Jeder kann seine Fähigkeiten einbringen und mit etwas Glück bekommt man die gewünschte Ressource (Lektorat, Korrektur, Grafik, etc.) für eine Leistung, die man selbst erbringen kann. Sie ermuntert uns, neue Medien zu nutzen. Vor allem Twitter empfiehlt sie, das nach einer anfänglichen Durststrecke sehr lohnenswert sei. Außerdem erzählt sie von ihrem Projekt 1000 Tode. Mehr dazu auf ihrem Blog:http://frohmannverlag.tumblr.com/post/103971172641

Dann gibt es Kaffee und eine kleine Stärkung zur Vorbereitung auf die Tischrunde mit Zoe Beck (deren neuen Roman »Schwarzblende« ich heute noch lesen will). Zoe erzählte uns etwas über die Position von AutorInnen in Verlagen. Ihr wichtigster Tipp ist, bekannt zu werden. Vor allem auch innerhalb des Verlags.

Einen tollen Abschluss fand meine ganz persönliche Autorenrunde mit Karla Paul, auch hier ging es wieder um Social Media und Eigenmarketing. Sie gab auch einige sehr praktische Tipps, zum Beispiel WordPress für den eigenen Blog zu benutzen. Überhaupt sollte der Blog die Grundlage der Selbstdarstellung im Netz sein, da er das einzige Medium ist, über das wir selbst die Kontrolle haben (im Gegensatz zu Facebook, Twitter und Co.)

Nur ein kurzer Abriss von zwei wunderbaren Tagen, an denen ich viel gelernt habe und viele tolle, besondere Menschen kennengelernt und wiedergetroffen habe.

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