Ex libris

Der Blog einer fast ganz normalen Mutter, von zwei fast ganz normalen, bezaubernden Jungs… Tom ist in der dritten Klasse einer normalen bayrischen Grundschule. Er macht gerne Sport, spielt viel draussen mit Freunden und geht seinen Hobbys nach. Eine glückliche Kindheit in unserer hektischen Zeit.

Nur – das wird bald vorbei sein.

 Schon Ende April hat die Schule uns zum ersten Elternabend, den Übertritt betreffend, gebeten. Die Message ist klar: macht Euren Kindern keinen Stress, das Schulsystem ist durchlässig, offen für Aufsteiger! Da gibt es Gelenkklassen, M-Züge, Abschlüsse an allen Ecken und Enden. Hauptschule heisst jetzt Mittelschule, bestimmt wird die Realschule bald umbenannt in: Oberschule. Und das Gymnasium heisst dann eben: Schule der oberen Zehntausend!
Bisher hatte ich wirklich nicht das Gefühl, in Panik ausbrechen zu müssen, was den Übertritt betrifft. Ja, unser Sohn soll eine gute Ausbildung erhalten, aber er soll auch noch eine halbwegs schöne Kindheit haben!
Nun aber diese (sinnbefreite) Veranstaltung, die uns klar machte, wovor sie uns warnen wollte: Ab jetzt zählt jede Note, schon jetzt machen sich die Lehrer ein Bild der Schüler, das nur schwer zu verändern ist. Und die Ohnmacht, die viele Eltern verspüren, weil sie nicht bei der schulischen Laufbahn ihrer Kinder mitbestimmen dürfen (jaaaa, in Bayern ist das so!), kann ich mehr als gut nachvollziehen. Gerade eben haben wir uns noch bemüht, dem Kind einen einfachen Einstieg ins Schulleben zu ermöglichen, da geht es auch schon um alles oder nichts. Gymnasium oder Mittelschule (Haben Sie mal Stellenausschreibungen gelesen? Wieviele davon verlangen einen Hauptschulabschluß? Oder einen qualifizierten Hauptschulabschluß? Wer nicht wenigstens die Mittlere Reife schafft, hat doch schon verloren.)
Nun gut, also frisch ans Werk! Wir müssen noch Wörter üben!

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