Der Alte, dem Kugeln nichts anhaben konnten

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Der Alte, dem Kugeln nichts anhaben konnten
Autor: Daniel Friedman
Aufbau Verlag GmbH & Co.KG, Berlin 2014
320 Seiten

Klappentext:
Danke für diesen sympathischen 87-jährigen Klugscheißer
Buck Schatz sitzt am liebsten auf dem Sofa, raucht eine Stange Lucky Strike am Tag und schaut Fox News an. Das Einzige, wovor er noch Angst hat, ist das Seniorenheim. Bis ihm sein ehemaliger Kriegskamerad Jim auf dem Sterbebett beichtet, ihr Peiniger, der Lageraufseher Heinrich Ziegler, habe doch überlebt und sei in einem Benz voller Nazigold geflüchtet. Obwohl Buck den Polizeidienst schon vor Jahren an den Nagel gehängt hat, macht er sich auf, um die alte Rechnung endlich zu begleichen.

Die neuen Helden sind nicht mehr die jungen Knackigen, scheint es. Die neuen Helden haben die Mitte des Lebens mehr als überschritten. Kein Gejammere über Midlife Crisis, Wehwehchen und verpasste Chancen. Der Held dieser Tage hat das alles hinter sich. Er hat die Achtzig überschritten und scheint jeden Tag ein bisschen überrascht davon zu sein, immer noch zu leben. Was ihm an körperlicher Stärke, Schnelligkeit und Agilität fehlt, macht er mit Kreativität, Witz und Sarkasmus wett. So ein Held ist Buck Schatz, der Detective, der niemals Recherche Besuch von Clint Eastwood hatte und seit 35 Jahren in Rente ist. Immer dabei: seine genialen Sprüche („Ich rauche immer bei Beerdigungen, weil ich denke, wenn der Tag kommt, an dem ich da in der Kiste liege, möchte ich mir keinesfalls wünschen, die Zeit für die letzte Zigarette ungenutzt vertan zu haben“), sein besonderer Blick auf die Welt und sein Notizblock gegen das Vergessen. Buck Schatz wird ans Sterbebett eines alten Bekannten gerufen, der ihm mitteilt, dass ein alter Nazi noch lebt und dass der einen Schatz versteckt haben muss. Buck ist sich zunächst nicht sicher, ob er die Herausforderung annehmen kann oder will. Aber ständig tauchen nun Leute auf, die nach dem Gold gieren, und das nervt ihn ziemlich. Einzig sein Enkel Tequila scheint es wert zu sein, mit ihm die Jagd nach dem Kriegsverbrecher zu eröffnen. Dann kommt es dicker für Buck. Erst beichtet ein Priester ihm seine Spielschulden, dann taucht auch noch der riesigste Russe, den Buck je gesehen hat, auf, und behauptet, von der israelischen Regierung geschickt zu sein, um nach Juden in der Diaspora zu sehen. Schließlich meldet sich auch noch der Schuldner des Priesters. Und alle wollen nur eins: den Schatz, von dem alle denken, Buck würde ihn suchen und finden. Der scheint der Suche nicht mehr abgeneigt. Als Rose, Bucks Frau stürzt und sich verletzt, spricht ein Arzt mit Buck ernsthaft über das Älterwerden. Und er stellt fest: Eigentlich hat er keinen Grund sich vor irgendetwas zu fürchten, nichts kann so schlimm sein, wie die Alternative: das Seniorenheim. Das Ende ist logisch, nachvollziehbar und dankenswerterweise nicht zu vorhersehbar.

„Ich hatte geglaubt, ich sei hier der Held“, sagte er. „Ja, den Fehler machen viele.“

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